Einen Stein in Rollen gebracht…

Arbeitende Kinder in einem Steinbruch in Indien

© Ben­ja­min Püt­ter

… hat der 5. Mai 2017 mit Sicher­heit. An jenem Abend ver­sam­mel­ten sich in der Auen­kir­che in Mark­klee­berg Inter­es­sierte, Fach­frauen und Mul­ti­pli­ka­to­ren, die alle­samt ein Anlie­gen eint: Alter­na­ti­ven zu impor­tier­tem Natur­stein, pro­du­ziert unter men­schen­rechts­ver­let­zen­den Bedin­gun­gen, einem brei­te­ren Publi­kum zugäng­lich zu machen. Orga­ni­siert wurde das Gesprächs­fo­rum von der Pro­jekt­stelle „Kir­chen­ge­mein­den – Lern­orte für Nach­hal­tig­keit und Gerech­tig­keit“ der Evan­ge­li­schen Lan­des­kir­che Sach­sen.

Bereits im Herbst 2014 unter­zeich­ne­ten zu die­sem Thema acht Koope­ra­ti­ons­part­ner aus Zivil­ge­sell­schaft, Israe­li­ti­scher Reli­gi­ons­ge­meinde, Hand­werk, Kir­che und Kom­mune das Posi­ti­ons­pa­pier „Grab­steine ohne Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen auf Leip­zi­ger Fried­hö­fen“. Obgleich mit die­ser Ver­laut­ba­rung ein Mei­len­stein erreicht wurde, bot der Infor­ma­ti­ons­abend die Mög­lich­keit, Stra­te­gien zur kon­kre­ten Umset­zung des Papiers zu dis­ku­tie­ren. Den Ein­stieg in die Dis­kus­sion leis­tete dabei Ben­ja­min Püt­ter (Berate beim Kin­der­mis­si­ons­werk Stern­sin­ger) mit Unter­su­chungs­er­geb­nis­sen zu den oft­mals men­schen­rechts­ver­let­zen­den Arbeits­be­din­gun­gen in indi­schen Stein­brü­chen.

Ver­schie­den­ste Ver­tre­ter, bei­spiels­weise der Stein­met­zin­nung, des Evan­ge­li­schen Kir­chen­be­zirks oder der Stadt Leip­zig, waren sich schnell einig: es ist mög­lich und auch bezahl­bar, Gestein aus frag­wür­di­ger Her­stel­lung zu mei­den. Ob zer­ti­fi­zierte Ware aus fai­rem Han­del, Alt­ge­stein oder regio­na­ler Natur­stein: es gibt gerade in der säch­si­schen Region einige Mög­lich­kei­ten, sich aus einer Viel­falt an Far­ben und For­men das pas­sende Pro­dukt für ein Grab­mal aus­zu­wäh­len.

Die Her­aus­for­de­rung liegt nun darin, diese Erkennt­nis an geeig­ne­ter Stelle zu kom­mu­ni­zie­ren. Hier­bei sind wohl beson­ders Pfar­rer und Stein­metze gefragt, die mit Trau­ern­den in Kon­takt kom­men und diese mit der gebo­te­nen Sen­si­bi­li­tät über die Her­stel­lungs­be­din­gun­gen in der Stein­in­dus­trie auf­klä­ren kön­nen. Wei­tere Hand­lungs­an­sätze sind bei­spiels­weise die Auf­nahme ent­wick­lungs­po­li­ti­scher Bil­dungs­ar­beit in die Aus­bil­dung von Stein­met­zen, Fried­hofs­per­so­nal und Seel­sor­gern, aber auch die Über­ar­bei­tung von Sat­zun­gen und über­ge­ord­ne­ten Rechts­vor­schrif­ten.

Einen viel­ver­spre­chen­den Ansatz gibt es dabei auch auf Sei­ten der Kir­chen. Sowohl die Auen­kirch­ge­meinde Mark­lee­berg Ost als auch das Lan­des­kir­chen­amt bera­ten über einen Pas­sus der jewei­li­gen Fried­hofs­ord­nung. Diese soll es Kir­chen­ge­mein­den ermög­li­chen, Steine, die den Anfor­de­run­gen der all­ge­mei­nen Men­schen­rechte nicht stand­hal­ten, nicht auf­stel­len zu las­sen.

Dass als dies auch Stein des Ansto­ßes sein kann, ist unum­strit­ten. So ist das eben mit ins Rol­len gebrach­ten Stei­nen. Wei­tere Infor­ma­tion zum Thema Natur­stein aus fai­rem Han­del fin­den Sie in der Bro­schüre "Wür­di­ges Geden­ken".

Fairtrade Coffee Challenge

Jede Tasse zählt bei der „Cof­fee Chal­lenge Leip­zig“. Vom 1. bis 14. Mai ruft die Steue­rungs­gruppe Fair­trade Town zum Wett­streit auf:

Melde Dich bei der Chal­lenge für Leip­zig an. Ob im Büro, in Deinem Café oder bei Omas Geburts­tag: Jetzt Kaf­fee aus Fai­rem Han­del trin­gen. Fair gehan­del­ter Kaf­fee wird ja auch schon im Rat­haus, auf der Messe in den Uni-Men­sen und vie­len Bäcke­reien ange­bo­ten. Kaf­fee­ge­nie­ßer ver­bes­sern durch ihre Nach­frage die Lebens- und Arbeits­be­din­gun­gen in den Pro­duk­ti­ons­län­dern. 

Aktio­nen kön­nen auf www.fairtradechallenge.org recher­chiert oder ange­mel­det wer­den. Höhe­punkt des Kaf­fee-Wett­streits wird das Faire Früh­stück am 13. Mai ab 11 Uhr auf dem Tho­mas­kirch­hof sein. Pro­dukte aus fai­rem Handel in Leip­zig fin­det man zu Bei­spiel hier: www.fairtrade-leipzig.de/filialen

Bei die­sen Ter­mi­nen bist Du in guter Gesellschaft:

  • 10.05 um 17 Uhr im Museum Zum Ara­bi­schen Coffe Baum — Kleine Flei­scher­gasse 4: Kaf­fee als Ware des airen Han­dels — Dis­kus­sion und Kaf­fee­ver­kos­tung
  • 13.05. von 11 – 15 Uhr – Fai­res Früh­stück auf dem Tho­mas­kirch­hof, mit Ver­kos­tung und Kaffeerösten
  • 13.05. Info- und Mit­mach­nach­mit­tag „Von der Bohne zum Kaffee“ im Con­tigo Fair­trade Shop in der Niko­lai­straße 10 wei­tere infos dazu hier
  • 14.05. von 11 – 18 Uhr „Kirchberg-Café“ auf dem Con­ne­wit­zer Straßenest schenkt fai­ren Kaffee aus

Positiv-Stadtrundgang “Nachhaltig leben, fair einkaufen in Leipzig” auch 2017

Plakat Rundgang 51x59cm ohne Logo kleinAuch im Jahr 2017 lädt Kon­sum­Glo­bal-Leip­zig wie­der zu sei­nen regel­mä­ßi­gen, öffent­li­chen Stadt­rund­gän­gen ein.
Unter dem Motto "Nach­hal­tig leben, fair ein­kau­fen in Leip­zig" fin­den die Rund­gänge immer am zwei­ten Diens­tag des Monats statt. Der erste Ter­min ist der 11. April. Los geht es um 16 Uhr. Treff­punkt ist immer der Richard-Wag­ner-Platz (Pus­te­blu­men­spring­brun­nen).

Der Rund­gang führt durch die Leip­zi­ger Innen­stadt zu Läden und Geschäf­ten, die beson­ders nach­hal­tige und fair gehan­delte Pro­dukte füh­ren. Auf dem Weg durch die City erklärt Mar­cel Pruß vom Pro­jekt Kon­sum­Glo­bal Leip­zig ver­schie­dene Wirt­schafts­mo­delle an Leip­zi­ger Bei­spie­len, sowie glo­bale Zusam­men­hänge.

Ein­ge­la­den sind alle Inter­es­sier­ten, die ihre eigene Lebens­weise und ihren täg­li­chen Kon­sum über­den­ken und Alter­na­ti­ven dazu in Leip­zig fin­den wol­len. Am Ende erhal­ten alle Teil­neh­men­den einen Ein­kaufs­füh­rer mit Kon­su­mal­ter­na­ti­ven.

Der Stadt­rund­gang dau­ert zwei Stun­den und ist kos­ten­frei.

Wer schon ein­mal dabei war, auch 2017 lohnt eine Teil­nahme. Denn es gilt — im Ver­gleich mit dem ver­gan­ge­nen Jahr — drei neue Ein­rich­tun­gen ken­nen­zu­ler­nen.

Was: Posi­tiv-Stadt­rund­gang: "Nach­hal­tig leben, fair ein­kau­fen in Leip­zig"
Wann: immer am zwei­ten Diens­tag des Monat um 16 Uhr
Wo: Treff­punkt Richard-Wag­ner-Platz (Pus­te­blu­men­spring­brun­nen)

Wei­tere Ter­mine 2017: 9. Mai, 13. Juni, 11. Juli, 8. August, 12. Sep­tember, 10. Okto­ber
Zusatz­ter­mine "Son­der­öff­nungs­zeit":
Sams­tag 10. Juni (Leip­zi­ger Umwelt­tage) und 23. Sep­tem­ber (Faire Woche),
Sonn­tag 1. Okto­ber (Leip­zi­ger Markt­tage)

 

Woher kom­men die Pflas­ter­steine auf dem preis­ge­krön­ten Richard-Wag­ner-Platz?
Wel­che Pro­bleme haben die Höfe am Brühl?
Wie lebt es sich vegan?
Ist sai­so­nal und regio­nal bes­ser als bio?
Was genau bedeu­tet fai­rer Han­del und warum lohnt es sich auch für mich dabei mit­zu­ma­chen?

InnenstadtDiese Fra­gen und noch viele mehr wer­den bei die­sem Stadt­rund­gang bespro­chen.

In Zei­ten von abseh­ba­rer Res­sour­cen­knapp­heit, Kli­ma­ver­än­de­run­gen und Flücht­lings­be­we­gun­gen die auch uns errei­chen, soll­ten sich die Men­schen in den rei­chen Län­dern der Welt Zeit zum Umden­ken neh­men. Wie lange ver­trägt der blaue Pla­net unser aktu­el­les Wirt­schafts­mo­dell? Wie sieht die Zukunft aus, wenn andere auf­stre­bende Natio­nen uns nach­ei­fern?

Die­ser Stadt­rund­gang gibt Ant­wor­ten, die jedem Teil­neh­men­den Mög­lich­kei­ten zum Anders­ma­chen vor der eige­nen Haustür auf­zei­gen.

Erste Vernetzung zum Fairen Handel

vernetzungAm 9.2.17 orga­ni­sier­ten wir unser ers­tes Ver­net­zungs­tref­fen. Es war toll, so viele Men­schen zu tref­fen, die sich in Leip­zig für den fai­ren Han­del enga­gie­ren. Bei inter­es­san­ten Gesprä­chen wur­den Kon­takte auf­ge­baut und die nächs­ten Akti­vi­tä­ten bespro­chen.

Schwer­punkte für 2017 wer­den die The­men "Klei­dung" im März und April und "Kaf­fee" im Mai sein. Und natür­lich wer­den auch andere Akti­vi­tä­ten, z.B. im Rah­men der Fai­ren Woche im Sep­tem­ber geplant.

Speaker's Tour: Chique Mode die krank macht

Gesund­heits­schutz und Sicher­heit sind in den Fabri­ken der glo­ba­len Beklei­dungs­in­dus­trie immer noch Man­gel­ware. Das bewei­sen die vie­len Unfall­mel­dun­gen der letz­ten Jahre: Fabrik­brände und der Gebäu­de­ein­sturz der Rana Plaza-Fabrik in Ban­gla­de­sch for­der­ten jähr­lich unzäh­lige Opfer. Mit die­sem Thema beschäf­tigt sich eine Ver­an­stal­tung der Fair­trade-Town Leip­zig am Mon­tag den 20. März.

Fabrikarbeiter beim Sandstrahlen von Jeansstoff

Sand­strah­len von Jeans­stoff -Foto by All­ison Joyce

Neben den meist unzu­rei­chen­den Sicher­heits­maß­nah­men an Fabrik­ge­bäu­den und Fer­ti­gungs­ma­schi­nen birgt ins­be­son­dere das Sand­strah­len von Jeans, das zur Her­stel­lung des soge­nann­ten „Used Look“ ver­wen­det wird, große Risi­ken für die Gesund­heit der Ange­stell­ten. Das Ein­at­men gro­ßer Men­gen Staubs führt dabei in vie­len Fäl­len zur Sili­kose, all­ge­mein bekannt unter der Bezeich­nung Staub­lunge, eine unheil­bare Lun­gen­krank­heit, die zuvor vor allem im Zusam­men­hang mit der Arbeit in Mie­nen oder auf Bau­stel­len fest­ge­stellt wurde.

 

Um die­sen nega­ti­ven Ent­wick­lun­gen Ein­halt zu gebie­ten machte in den Jah­ren von 2010 bis 2012 die Clean Clo­thes Cam­paign die töd­li­chen gesund­heit­li­chen Fol­gen tür­ki­scher Sand­strah­ler öffent­lich und konnte ein Ver­bot die­ser Tech­no­lo­gie als Selbst­ver­pflich­tung der Jeans­mar­ken errei­chen. Doch was haben die Selbst­ver­pflich­tun­gen letzt­lich gebracht? Und wie sehen die Bedin­gun­gen heute, 5 Jahre spä­ter in der tür­ki­schen Beklei­dungs­in­dus­trie aus?

Dar­über wird Abul­ha­lim Demir berich­ten, der ehe­mals selbst als Sand­strah­ler in der tür­ki­schen Mode­in­dus­trie arbei­tete. Neben der Bericht von sei­nen eige­nen Erfah­run­gen, zeigt er Filme und geht auf die der­zei­tige Situa­tion in der Beklei­dungs­in­dus­trie ein.

Sie sind herz­lich ein­ge­la­den an der Ver­an­stal­tung im Grün­schna­bel-Shop in der Niko­lai­straße 20 teil­zu­neh­men, Beginn ist um 20 Uhr.

Kulturtipp: Neueröffnung Kaffeemuseum Arababischer Coffe Baum

Fai­rer Han­del hat sich in den zurück­lie­gen­den Jahr­zehn­ten aus einer klei­nen Nische her­aus zu einem gesell­schaft­li­chen Zukunfts­thema ent­wi­ckelt. Kaum ein ande­res Pro­dukt steht dafür wie des Deut­schen liebs­tes Getränk am Mor­gen, der Kaf­fee. Dies zeigt nun auch die neue Aus­stel­lung im Kaf­fee­haus Ara­bi­scher Cof­fee Baum in der Leip­zi­ger Innen­stadt, das als ältes­tes heute noch exis­tie­ren­des Kaf­fee­haus Deutsch­lands gilt.

© Stadtgeschichtliches Museum

© Stadt­ge­schicht­li­ches Museum

Fast 400.000 Besu­cher besich­tig­ten seit der Eröff­nung im Jahr 1999 das Museum „Zum Ara­bi­schen Cof­fee Baum“ unweit des Leip­zi­ger Markts. Nun, knapp 18 Jahre spä­ter öff­net die Aus­stel­lung mit ihren geschichts­träch­ti­gen Expo­na­ten zur Kaf­fee­kul­tur, sowohl inhalt­lich, als auch gra­fi­sch neu auf­be­rei­tet und durch neue The­men ergänzt, wie­der ihre Türen.

Wich­tige The­men­schwer­punkte der Aus­stel­lung sind unter ande­rem Kaf­fee in der DDR oder die ori­en­ta­li­sche Kaf­fee­kü­che. Selbst­ver­ständ­lich ist immer noch eini­ges zur bei­nahe 400-jäh­ri­gen Geschichte des Hau­ses „Zum Ara­bi­schen Coffe Baum“ zu erfah­ren.

Gänz­lich neu auf­ge­nom­men wur­den die Schwer­punkte „Kaf­fee als glo­bale Han­dels­ware“ und „Kaf­fee­ware heute“, wel­che sich neben der Rolle deut­scher Unter­neh­men in der Kaf­fee­wirt­schaft, auch mit unbe­que­men Aspek­ten im glo­ba­len Kaf­fee­han­del wie Kin­der­ar­beit oder Spe­ku­la­ti­ons­han­del beschäf­ti­gen. Das Thema fai­rer Han­del mit Kaf­fee, wird anhand Leip­zi­ger Fair-Trade-Initia­ti­ven „Der Leip­zi­ger“ und „Café Cha­valo“ ver­tie­fend erläu­tert.

Die Aus­stel­lung in der Flei­scher­gasse 4 ist täg­lich von 11 bis 19 Uhr geöff­net. Der Ein­tritt ist frei.

Leipzig bekennt sich zu nachhaltiger Entwicklung

Die Stadt Leip­zig schließt sich der Mus­ter­re­so­lu­tion „2030-Agenda für Nach­hal­tige Ent­wick­lung: Nach­hal­tig­keit auf kom­mu­na­ler Ebene gestal­ten“ des Deut­schen Städ­te­tags an. Dies hat die Rats­ver­samm­lung in ihrer Sit­zung am 18. Januar 2017 mit gro­ßer Mehr­heit beschlos­sen.

Der Beschluss begrüßt die von den Ver­ein­ten Natio­nen  ver­ab­schie­dete 2030-Agenda und die darin ent­hal­te­nen 17 glo­ba­len Ent­wick­lungs­ziele, die soge­nann­ten „Sustainable Deve­lop­ment Goals“ (SDGs), die neue Hand­lungs­an­sätze zur Bekämp­fung glo­ba­ler Her­aus­for­de­run­gen wie Kli­ma­wan­del oder Armut defi­nie­ren. Diese zei­gen, als Kern­stück der Agenda-2030, die Ver­ant­wor­tung für öffent­li­che Güter, wie Was­ser, Boden, bio­lo­gi­sche Viel­falt oder gesunde Luft als Lebens­grund­lage auch in den wirt­schafts­star­ken Län­dern des Nor­dens auf.~6272446

Das Motto 'Glo­bal Den­ken, lokal Han­deln' hat in der Messe- und Han­dels­stadt Leip­zig eine tiefe Tra­di­tion, nicht zuletzt durch den Pro­zess der Leip­zi­ger Agenda 21. Diese Ent­schei­dung zeigt ein­drück­lich, dass Stadt­rat und Stadt­ver­wal­tung auch heute nicht die Augen vor glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen ver­schlie­ßen, son­dern die Ver­ant­wor­tung Leip­zigs für eine zukunfts­fä­hige und gerechte Ent­wick­lung umset­zen,“ so Umwelt­bür­ger­meis­ter Heiko Rosent­hal.

Dass der Schlüs­sel zur Lösung glo­ba­ler Pro­ble­men in den Städ­ten liegt, zeigt eine Pro­gnose der Ver­ein­ten Natio­nen, dass bis 2050 70 Pro­zent der Men­schen in Städ­ten leben wer­den, was in der Aner­ken­nung von Städ­ten und Gemein­den als wich­tige Akteure inner­halb der Agenda-2030 resul­tiert.

Bau­bür­ger­meis­te­rin Doro­thee Dubrau: „Wich­tigs­tes Ziel für uns ist das soge­nannte 'Stadt­ziel', das besagt Städte und Sied­lun­gen inklu­siv, sicher, wider­stands­fä­hig und nach­hal­tig zu gestal­ten. Wir prü­fen, wie weit diese Ziele bereits mit dem lau­fen­den Pro­zess der Fort­schrei­bung des Inte­grier­ten Stadt­ent­wick­lungs­kon­zepts INSEK abge­deckt sind, und an wel­chen Stel­len wir noch ergän­zen oder bestehende Pla­nun­gen wei­ter­ent­wi­ckeln wer­den.“

In die Umset­zung der für Leip­zig rele­van­ten Nach­hal­tig­keits­ziele wer­den die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger über die Leip­zi­ger Agenda 21 sowie „Leip­zig wei­ter­den­ken“ ein­be­zo­gen.

Wei­ter­füh­rende Infor­ma­tio­nen zum Beschluss fin­den Sie im Rats­in­for­ma­ti­ons­sys­tem der Stadt Leip­zig.

Wir wünschen faire Weihnachten

Die Steue­rungs­gruppe Fair­trade Town wünscht faire Weih­nach­ten. Dass dabei frohe und faire Weih­nach­ten ideal mit­ein­an­der zu ver­ein­ba­ren sind, zeigt auch die­ses Jahr die Aktion „Fai­rer Weih­nachts­baum­schmuck“, der loka­len Steue­rungs­gruppe Fair­trade Town Leip­zig.

Fairer Baumschmuck im Gewandhaus

Fai­rer Baum­schmuck im Gewand­haus, © Stadt Leip­zig

Gerade in der Weih­nachts­zeit sind wir gern bereit, mehr an unsere Mit­men­schen zu den­ken und uns für sie zu enga­gie­ren – nicht nur hier bei uns, son­dern auch dort, wo unsere Waren her­ge­stellt wer­den. Unsere Aktion zeigt, wie leicht es ist, das auch in die Tat umzu­set­zen“, so Heiko Rosent­hal, Umwelt­bür­ger­meis­ter der Stadt Leip­zig.

Die Aktion der Steue­rungs­gruppe mit Weih­nachts­baum­schmuck, der zu fai­ren Kon­di­tio­nen her­ge­stellt und gehan­delt wurde, zeigt auch Hand­lungs­mög­lich­kei­ten für jeden Ein­zel­nen. Der Baum­schmuck wird von Pro­du­zen­ten rund um den Glo­bus bezo­gen. So kom­men Gip­sen­gel von Kunst­hand­wer­kern in Alex­an­dria / Ägyp­ten, Zap­fen- und Ster­nen­de­ko­ra­tion aus einem Pro­jekt in Jaipur/Indien sowie Kugeln und Sterne aus Capiz, einer perl­mutt­ar­ti­gen Muschel, her­ge­stellt auf den Phil­ip­pi­nen, zum Ein­satz. Die fest­lich geschmück­ten Weih­nachts­bäume kön­nen in den Foy­ers von Neuem Rat­haus, Gewand­haus und der Oper Leip­zig betrach­tet wer­den. Die Zer­ti­fi­zie­rung  der Impor­teure als Fair­tra­de­or­ga­ni­sa­tion sichert den Pro­du­zen­tin­nen und Pro­du­zen­ten Stan­dards wie die Zah­lung von über dem Welt­markt­ni­veau fest­ge­leg­ten Prei­sen, einen direk­ten Han­del und lang­fris­tige Lie­fer­be­zie­hun­gen. Die dadurch erreichte Ver­bes­se­rung ört­li­cher Lebens­be­din­gun­gen in ärme­ren Län­dern, stellt gerade in Zei­ten glo­ba­ler Flucht­be­we­gun­gen eine nach­hal­tige Mög­lich­keit dar, aktu­el­len gesell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen aus der Stadt­ge­sell­schaft her­aus, anzu­ge­hen. Faire Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten fin­den sich übri­gens im Online-Ein­kaufs­füh­rer.

Zweite Fairtrade School in Leipzig

©Susanna-Eger-Schule

©Susanna-Eger-Schule

Die Steue­rungs­gruppe Fair­tade-Town Leip­zig gra­tu­liert: Seit dem 3. Novem­ber, trägt die Susanna-Eger-Schule in Leip­zig, den Titel "Fair­trade School". Am Tag der offe­nen Tür über­reichte Urte Grau­win­kel im Namen von Trans­fair Deutsch­land die Urkunde. "Ich freue mich, dass jetzt auch eine Berufs­schule Fair­trade School ist und bin mir sicher, dass die zukünf­ti­gen Fach­kräfte des Gast­ge­wer­bes die Ver­wen­dung von fair gehan­del­ten Pro­duk­ten auch in der Berufs­pra­xis stär­ker nut­zen wer­den", so Urte Grau­win­kel.

 

Das Beruf­li­che Schul­zen­trum der Stadt Leip­zig wid­met sich vor­ran­gig den Berei­chen Hotel­le­rie, Gas­tro­no­mie und Ernäh­rungs­bran­che. Die künf­ti­gen Hotel­be­triebs­wirte hat­ten den Tag selbst geplant und zeig­ten so auch prak­ti­sch, wel­che Chan­cen und Mög­lich­kei­ten Berufe in der Hotel­le­rie, Gas­tro­no­mie und Ernäh­rungs­bran­che bie­ten.

Bei­spiels­weise wur­den in der Schul­kü­che fair gehan­delte Bana­nen flam­biert. Außer­dem wurde ein Mus­ter­ho­tel­zim­mer aus­ge­stat­tet mit fair gehan­del­ter Kos­me­tik, Bett­hup­ferln, und Geträn­ken in der Mini­bar sowie Bett­wä­sche aus Fair­trade-Baum­wolle.

Zukunft gestalten lernen. Projektbörse der Zukunftsakademie für Leipziger Schulen

Zukunft gestal­ten ler­nen- unter die­sem Motto fand am 3.November 2016 in der Stadt­bi­blio­thek Leip­zig eine Pro­jekt­börse zu den The­men Bil­dung für nach­hal­tige Ent­wick­lung (BNE) sowie MINT (Unter­richts­fä­cher Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaf­ten und Tech­nik) statt. Diese wurde von der Zukunfts­aka­de­mie Leip­zig e.V. in Koope­ra­tion mit der Leip­zi­ger Agenda 21 sowie dem Dezer­nat für Umwelt, Ord­nung, Sport der Stadt Leip­zig orga­ni­siert.

Für die Ver­an­stal­tung waren Lehrer/innen von Ober­schu­len, Gym­na­sien und berufs­bil­den­den Schu­len ein­ge­la­den, um sich über die ver­schie­de­nen Akteure sowie deren Pro­jekte und Bil­dungs­an­ge­bote im Bereich nach­hal­ti­ger Bil­dung zu infor­mie­ren. Eröff­net wurde die Ver­an­stal­tung von Veit Polowy vom Zen­trum für Leh­rer­bil­dung und Schul­for­schung der Uni­ver­si­tät Leip­zig, wel­cher mit einem Vor­trag in das Thema ein­führte und mit aktu­el­len Ent­wick­lun­gen wie dem Kli­ma­wan­del, Arten­ster­ben oder auch erneu­er­ba­ren Ener­gie­trä­gern den Bezug zu den glo­ba­len Nach­hal­tig­keits­zie­len der Ver­ein­ten Natio­nen her­stellte.

Bil­dung für nach­hal­tige Ent­wick­lung soll die Fähig­keit zur Aus­ein­an­der­set­zung mit eige­nen Fra­gen för­dern, etwa nach der Zukunfts­fä­hig­keit von Lebens­ent­wür­fen, nach glo­ba­ler Gerech­tig­keit mit dau­er­haf­ter Umwelt­ver­träg­lich­keit und einer wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung, die auch spä­te­ren Gene­ra­tio­nen Hand­lungs­spiel­räume gewähr­leis­tet. 31 außer­schu­li­sche Bil­dungs­an­bie­ter aus dem Bereich BNE und MINT stell­ten vor, wel­chen Zugang sie Schüler/innen zu die­sen Fra­ge­stel­lun­gen ver­mit­teln kön­nen.
bne-projektboerseZen­tra­les Anlie­gen dabei ist die Ver­mitt­lung von Pro­jekt­an­ge­bo­ten, wel­che im Unter­richt ein­ge­setzt wer­den kön­nen, damit die Schü­ler wei­ter­füh­rende Kom­pe­ten­zen im Bereich BNE erlan­gen kön­nen, wie es von der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz für alle Schul­fä­cher als wich­tige Per­spek­tive defi­niert wurde. Die anwe­sen­den Lehrer/innen nah­men die Anre­gun­gen mit Inter­esse auf und konn­ten direkt wei­tere Koope­ra­tio­nen mit den Anwe­sen­den ver­ein­ba­ren.

Bil­dung ist das Fun­da­ment eines pro­gres­si­ven, moder­nen und nach­hal­ti­gen Umwelt­ver­ständ­nis­ses. Leh­re­rin­nen und Leh­rer sind gefragt, diese Bil­dungs­an­ge­bote in ihre Lehr­tä­tig­keit zu inte­grie­ren und mit geeig­ne­ten metho­di­schen Ansät­zen den Erwerb von Gestal­tungs­kom­pe­tenz zu för­dern.

The­ma­ti­sch zusam­men­ge­fasst unter dem Schirm der BNE ging es für die 31 Anbie­ter auch um die  Ver­knüp­fung eige­ner The­men­fel­der mit ande­ren Inhal­ten, wie tech­ni­schen, geo­gra­fi­schen oder auch bio­lo­gi­schen Schwer­punk­ten. So ent­stand ein weit gefä­cher­tes Infor­ma­ti­ons­an­ge­bot vom Umwelt­in­for­ma­ti­ons­zen­trum Leip­zig, über die Was­ser­mühle Dölitz bis hin zum Eine­Welt e.V., wel­cher sich neben­bei noch um das faire Cate­ring küm­merte.

Diese Koope­ra­tion von Akteu­ren der BNE und MINT-Bil­dung zu stär­ken ist ein viel­sei­ti­ger Pro­zess der über eine Pro­jekt­börse hin­aus gehen sollte. So wurde im abschlie­ßen­den Netz­werkt­ref­fen eine Fort­füh­rung die­ses Pro­zes­ses gewünscht und eine Fol­ge­ver­an­stal­tung zur wei­te­ren Ver­net­zung ver­ein­bart.