Der Earthlink e.V. hat eine sehr schöne Übersicht der relevanten Siegel und Zertifikate für den fairen Handel in Deutschland zusammengestellt. Mit Klick auf das jeweilige Logo erhalten Sie ausführliche Informationen darüber, aus welchen Regionen die zertifizierten Produkte kommen, wo diese verkauft werden, die Ziele, Kriterien und vor allem die Kontrollen.
Wenn Sie diese Seite ausdrucken, haben Sie die Übersicht beim Einkaufen immer dabei.
Überwiegend auf Lebensmitteln und Kunsthandwerk finden sich diese wichtigsten Produktsiegel:
- Fairtrade: 730 Produkte (laut Produktdatenbank), seit 2002
- Naturland Fair: 60 Produkte (Lebensmittel), seit 2010 (Naturland seit 1982)
- Hand-in-Hand: 75 Produkte (Lebensmittel), seit Anfang der 1990er Jahre
- Banafair: Bananen, seit 1986 (Partner von Naturland Fair)
- Fairwild: Pilze, Wild- und Heilpflanzen, seit 2008
Die wichtigsten fairen Importeure und Händler sind:
- GEPA: 1300 Produkte, seit 1975
- Weltladen: 800 Läden bundesweit, seit 1975
- Contigo: 1800 Produkte, seit 1994
- GLOBO: seit 1973
- dwp: seit 1988
- El Puente: 5000 Produkte, seit 1972
BLUMEN
Spezielle Siegel für Blumen sind folgende:
- FLP: 45 zertifizierte Unternehmen weltweit, seit 1999
- Fair Flowers Fair Plants
Für Bekleidung / Textilien ist es aufgrund der (verhältnismäßig) langen Zyklen bis zur Marktreife (12-18 Monate) sowie aufgrund komplizierter Produktionsprozesse schwieriger, einheitliche und faire Standards durchzusetzen. Viele Bestandteile eines Kleidungsstücks – wie Knöpfe oder Garn – werden global an verschiedenen Orten produziert, zugeschnitten, gefärbt, bedruckt, gewebt, genäht oder verpackt. Es bedeutet immensen Aufwand, die Produktionsschritte transparent zu kontrollieren und deshalb kann kein Gütezeichen heute den Gesamtprozess vollständig abdecken.
Mit den Shoppingtips der Clean Clothes Kampagne bekommen Sie einen besseren Überblick, unter anderem gibt es dort eine Firmencheck-Datenbank mit über 50 Fashion- und Outdoor-Unternehmen und Informationen zu Bekenntnis und Umsetzung von Transparenz, Verhaltenskodex und unabhängigem Monitoring. Die meisten bekannten Marken sind vertreten. Sehr interessant zu lesen, da man viel Neues über die Kleidung lernen kann, die man trägt.
Die wichtigsten Siegel für Kleidung und Textilien mit Bezug zum fairen Handel sind:
- Fair Wear Foundation: 4 zertifizierte Unternehmen in Deutschland mit 54 Zulieferern, seit 1999
- FAIRTRADE-Baumwolle, seit 2005
- GOTS (Global Organic Textile Standard): 84 zertifizierte Unternehmen in Deutschland (laut Datenbank), seit 2002 (Vorgänger war das Siegel “IVN zertifiziert Naturtextil”)
- IVN-Qualitätszeichen (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V.): “Naturtextil IVN zertifiziert BEST”, seit 1990
- IVN-Qualitätszeichen: “Naturleder IVN zertifiziert”, seit 2001
Für Spielzeug gibt es zur Orientierung die Unternehmenslisten der Aktion fair spielt, die Spielzeughersteller und Kindergarten-Ausstatter bewertet.
Es gibt leider keine Siegel für nachhaltige Finanzprodukte, aber langjährige Bemühungen, die Transparenz von Geldanlagen bzw. des Marktes zu verbessern. Es gibt aber Banken, die ausschließlich nachhaltig investieren.
HOLZPRODUKTE, NATURSTEINE, TEPPICHE, FISCHFANG
Auch für Holzprodukte oder Natursteine gibt es eigene Siegel, weiterhin für Teppiche und nachhaltigen Fischfang. Diese sind jedoch nicht hauptsächlich auf fairen Handel ausgelegt (sondern z.B. auf Nachhaltigkeit) oder betreffen Produkte, die man normalerweise nur in großen zeitlichen Abständen kauft und werden deshalb hier nicht näher vorgestellt.
- FSC (Forest Stewardship Council): Holzprodukte
- Xertifix: Steine
- Fairstone Win-Win: Steine
- Good Weave (vor 2009: Rugmark): Teppiche
- STEP: Teppiche
- MSC (Marine Stewardship Council): Fischfang
Für einen noch detaillierteren Überblick im Dschungel der Siegel und Labels sorgt label online, ein Informationsangebot der Verbraucher Initiative e.V.
(Stand: Dez 2011, teilweise gerundete Angaben)


















